Von den Anfängen an der Emsteker Straße bis zum modernen Schützenhaus „An den Ambührener Tannen“
Die Geschichte unserer Schießsportanlage ist eng mit der Entwicklung des Bürgerschützenvereins Cloppenburg verbunden. Seit vielen Jahrzehnten schaffen engagierte Schützenschwestern und Schützenbrüder die Voraussetzungen dafür, dass der Schießsport in Cloppenburg ausgeübt und die Gemeinschaft gepflegt werden kann.
Aus den früheren Schießständen am Schützenhof entwickelte sich im Laufe der Zeit eine moderne Sport- und Begegnungsstätte, die bis heute einen wichtigen Mittelpunkt unseres Vereinslebens bildet.
Die Anfänge an der Emsteker Straße
Bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg verfügten die Cloppenburger Schützen über Schießmöglichkeiten im Bereich des Schützenhofes an der Emsteker Straße. Die Anlagen wurden im Laufe der Jahre mehrfach instand gesetzt und den jeweiligen Anforderungen angepasst.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde der damalige Schießstand zerstört. Nach Kriegsende musste der Schießsport daher zunächst unter einfachen Bedingungen wieder aufgenommen werden. Beim ersten Schützenfest nach dem Krieg im Jahr 1950 wurde beispielsweise in der Markthalle mit Luftgewehren geschossen.
Der Wunsch nach einer eigenen Schießstätte blieb jedoch bestehen.
1953 bis 1955 – Ein neuer Schießstand entsteht
Im Frühjahr 1953 begann der Bürgerschützenverein mit dem Neubau eines Schießstandes am Schützenhof an der Emsteker Straße.
Nach dem Spatenstich im März wurde im April 1953 der Grundstein gelegt. Bereits am 16. Mai konnte das Richtfest gefeiert werden. Vorgesehen waren acht Kleinkaliberstände und vier Luftgewehrstände.
Ende Juni 1953 erfolgte die polizeiliche Abnahme der Anlage. In den folgenden Jahren wurden die Einrichtungen weiter ausgebaut und vervollständigt.
Am 30. Oktober 1955 wurde der Schießstand schließlich feierlich eingeweiht.
Damit hatte der Bürgerschützenverein wieder eine feste sportliche Heimat. Die Anlage bildete über viele Jahre die Grundlage für den Trainings- und Wettkampfbetrieb sowie für zahlreiche Veranstaltungen des Vereins.
1976 bis 1978 – Der Neubeginn an den Ambührener Tannen
Im Jahr 1976 stand der Bürgerschützenverein vor einer großen Herausforderung: Das bisher genutzte Schießgelände am Schützenhof wurde verkauft und stand dem Verein künftig nicht mehr zur Verfügung.
Die Stadt Cloppenburg stellte daraufhin das Gelände „An den Ambührener Tannen“ für eine neue Schießsportanlage zur Verfügung. Das dort vorhandene Gebäude, das zuvor unter anderem Wohnzwecken gedient hatte, wurde zum Ausgangspunkt für den Aufbau des neuen Schützenhauses.
Mit großem Einsatz machten sich zahlreiche Vereinsmitglieder an die Arbeit. In vielen ehrenamtlichen Stunden entstand eine Schießsportanlage, die den damaligen Anforderungen des Sports gerecht wurde.
Am 6. Januar 1978 gab die amtierende Schützenkönigin Hildegard Rahenbrock den ersten Schuss auf dem neuen Luftgewehrstand ab.
Am 15. September 1978 konnte schließlich die gesamte Anlage mit 19 Luftgewehrständen und zehn Kleinkaliberständen offiziell in Betrieb genommen werden.
Für den Bürgerschützenverein begann damit ein neues Kapitel.
Ausbau und Modernisierung über mehrere Jahrzehnte
Auch nach der Eröffnung wurde die Schießsportanlage kontinuierlich weiterentwickelt.
1982 entstand in Eigenleistung die Zuwegung zur Anlage. Im Jahr 1987 wurde ein Pistolenstand errichtet, wodurch sich die sportlichen Möglichkeiten deutlich erweiterten.
1995 folgte die Erweiterung der Luftdruckhalle. Einen wichtigen technischen Fortschritt brachte das Jahr 2003: Der Kleinkaliberstand wurde mit einer elektronischen Treffererfassung der Firma Meyton ausgestattet.
Auch 2012 wurden weitere Renovierungs- und Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt.
Daneben gab es über die Jahrzehnte zahlreiche kleinere Umbauten, Reparaturen und technische Erneuerungen. Nicht alle Maßnahmen sind heute noch im Einzelnen dokumentiert. Gemeinsam haben sie jedoch dazu beigetragen, die Schießsportanlage zu erhalten und den sich verändernden Anforderungen anzupassen.
2023 bis 2025 – Ein Schützenhaus für die Zukunft
Nach mehr als vier Jahrzehnten intensiver Nutzung stand erneut eine grundlegende Erneuerung an.
Unter der Verantwortung des Vereinsvorstandes wurden umfangreiche Planungen für die Sanierung und Modernisierung des Schützenhauses entwickelt. Nach mehrjähriger Vorbereitung erfolgte im Mai 2023 der Spatenstich.
In den folgenden zwei Jahren wurde die Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 750.000 Euro umfassend modernisiert. Neben baulichen und energetischen Verbesserungen wurden auch die Räumlichkeiten und die technische Ausstattung an die heutigen Anforderungen angepasst.
Eine besondere Rolle spielte dabei das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder. Zahlreiche Schützenschwestern und Schützenbrüder unterstützten die Arbeiten mit handwerklichem Können, persönlichem Einsatz und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden.
Ergänzt wurde diese Gemeinschaftsleistung durch die Unterstützung der Stadt Cloppenburg, öffentlicher Förderer, zahlreicher Unternehmen und weiterer Unterstützer.
Am 21. Juni 2025 wurde das umfassend modernisierte Schützenhaus feierlich wiedereröffnet.
Die Wiedereröffnung war nicht nur der Abschluss eines großen Bauprojektes, sondern auch ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb des Bürgerschützenvereins.
Gemeinsam in die Zukunft
Die Geschichte unserer Schießsportanlage ist geprägt von Veränderungen, neuen Herausforderungen und dem beständigen Einsatz unserer Mitglieder.
Von den frühen Schießständen an der Emsteker Straße über den Neubeginn an den Ambührener Tannen bis zur umfassenden Sanierung im Jahr 2025 haben viele Generationen daran mitgewirkt, den Schießsport in Cloppenburg zu fördern.
Heute ist unser Schützenhaus nicht nur eine moderne Trainings- und Wettkampfstätte, sondern ebenso ein Ort der Begegnung, der Kameradschaft und des gemeinschaftlichen Vereinslebens.
Was frühere Generationen geschaffen haben, möchten wir bewahren und für kommende Generationen weiterentwickeln.
Weitere Informationen zur Geschichte unserer Bürgerschützenvereins finden Sie in der Rubrik „Geschichte des BSV“
Text: Carolin Tegeler
© 2024 MAGAZIN für Stadtgeschichten (Ausgabe 6)